Meine Tipps zum Börsenstart - so gelingt der Start auf dem Parkett

September 13, 2019

  

Die Comdirect hat uns Finanzblogger dazu aufgerufen, im Rahmen einer Blogparade die wichtigsten Tipps für Börsen-Einsteiger zusammenzuschreiben. Gerne komme ich diesem Aufruf hiermit nach... und wenn Dir dieser Blog gefällt, dann würde ich mich freuen, wenn Du hier beim Voting für den Publikumspreis des finanzblog awards für "High-Growth-Investing" abstimmst. ;-)

 

Denkst Du gerade darüber nach, Deine ersten Erfahrungen als Investor zu sammeln? Eventuell weisst Du noch nicht genau, ob/wie Du anfangen sollst. Und vielleicht hast Du sogar etwas Angst, einen klassischen Fehlstart hinzulegen und schmerzhafte Verluste an der Börse zu erleiden.

 

In einem früheren Beitrag zum Thema Anlagestrategie - Welche Anlagestrategie verfolgst Du? - habe ich versucht, Euch die große Bedeutung eines übergeordneten Konzeptes für Eure Geldanlage vor Augen zu führen. Ich hoffe Ihr habt Euch schon ein paar Gedanken zum Thema Anlagestrategie gemacht.  

 

Heute geht es nun darum, die nächsten Schritte vom Sparer zum Investor wie folgt zu tun:

 

  1. Hinterfrage, ob Du die finanziellen Möglichkeiten besitzt
     

  2. Eröffne ein Depot bei einer preisgünstigen Direktbank
     

  3. Kaufe Deine ersten Wertpapiere  - aber nicht alle auf einmal 

 

1. Hast Du die finanziellen Möglichkeiten?

 

Du solltest Dich vor Deinem Einstieg an der Börse selbstkritisch fragen, ob Du überhaupt über die notwendigen Mittel dazu verfügst. Du solltest unabhängig von Deiner Anlagestrategie nur solches Geld in Aktien, ETFs oder wikifolios anlegen, welches Du in näherer Zukunft (mindestens 3 Jahre) nicht für andere Zwecke benötigst.

 

Mir ist ein Fall bekannt, wo ein unerfahrener Anleger einen sechsstelligen Betrag, der für den Ausbau des Eigenheimes gedacht war, für 6 Monate in (nur) zwei vielversprechende Aktien investierte. Leider war sein Timing beim Einstieg denkbar unglücklich und er hatte an seinem geplanten Ausstiegszeitpunkt Verluste von ca. 30% zu beklagen. Und dies mit wirklich erstklassigen Aktien, die ihm langfristig auf Sicht von einigen Jahren gute Gewinne eingebracht hätten.

 

Die kurzfristige Entwicklung von Aktienkursen ist grundsätzlich nicht vorhersehbar. 

Den 'todsicheren' Tip gibt es nicht, denn jedes Börsengeschäft beinhaltet neben der Chance auch ein Risiko. Es wäre völlig falsch, mit den angesparten Mitteln für das Eigenheim schnell noch für ein paar Monate an die Börse zu gehen.

 

Wertpapierkredit ist ein No-Go

Einer der größten Fehler, der leider immer wieder von (gierigen) Anlegern begangen wird, ist der Wertpapierkauf auf Kredit. Gerade in Niedrigzinsphasen erscheint es natürlich sehr reizvoll, das billig geliehene Geld in Aktien mit wesentlich höheren Renditeerwartungen anzulegen. Und gerade bei Discountbrokern ist es meist problemlos möglich, sein Depot bis zu 50% zu beleihen und so z.B. bei einer Depotgröße von 50.000 Euro mit fast 75.000 Euro investiert zu sein.

 

Dies ist jedoch gerade in Zeiten stark schwankender Kurse mehr als leichtsinnig: Sinkt nämlich vorübergehend der Depotwert, so ist schnell die Beleihungsgrenze erreicht und die Bank wird auf einen Kontoausgleich drängen. Möglich ist dies dann oft nur durch den Verkauf von eigentlich erfolgsversprechenden Wertpapieren. Du müsstest also im schlimmsten Fall unfreiwillig in die für Dich ungünstigen niedrigen Kurse hinein verkaufen und Deine Verluste realisieren.

 

Der Wertpapierkauf auf Kredit kann unüberschaubare Folgen haben und sollte daher für Dich unter allen Umständen tabu sein. 

 

Dein Startkapital

Hast Du jedoch auf absehbare Zeit etwas eigenes Geld übrig, so gibt es wohl keine lukrativere Geldanlage als die Investition in Aktien, sei es mittels ETFs oder wikifolios oder über den Aufbau eines eigenen Aktiendepots.

 

Für die Geldanlage in einem Indexfonds/ETF oder einem wikifolio brauchst Du gar kein nennenswertes Startkapital. Ein Sparplan auf einen breit gestreuten ETF kann ein guter Anfang sein, wenn Du kein Startkapital hast, aber Du z.B. 100 Euro im Monat langfristig investieren möchtest.

 

Der Aufbau eines eigenen Portfolios mit einzelnen Aktien ist ab einer Depotgröße von ca. 5.000-10.000 Euro empfehlenswert. Bei wesentlich kleineren Anlagesummen fällt es schwer, zu vernünftigen Kosten ein ausgewogenes Depot zusammenzustellen.

 

Denn die Transaktionskosten sind bei kleinen Käufen/Verkäufen von Wertpapieren meist prozentual höher. Du solltest darauf achten, keinesfalls mehr als 0,5% an Gebühren zu zahlen für Deine Wertpapierkäufe und -verkäufe.

  

 

2. Eröffne ein Depot bei einer preisgünstigen Direktbank

 

Falls Du noch niemals in Wertpapiere investiert hast, so musst Du zunächst ein Wertpapier-Depot bei einer Bank eröffnen. Dort werden Deine Aktien und andere Wertpapiere für Dich verwahrt.

 

Investiere etwas Zeit, die richtige Direktbank bzw. einen Discountbroker für Dich zu finden. Es ist in den seltensten Fällen eine gute Idee, einfach das erstbeste Depot bei der gleichen Bank oder Sparkasse zu eröffnen, die auch schon Dein Girokonto führt.

 

Denn die Kosten und Leistungen der Anbieter unterscheiden sich ganz erheblich. Einen ganz brauchbaren Überblick über die Konditionen der Onlinebroker in Deutschland bietet z.B. dieser Discountbroker-Vergleich.

 

Achtung: Viele Banken werben mit tollen Angeboten für Neukunden wie z.B. dem kostenlosem Handel für die ersten Transaktionen. Du solltest aber nicht auf die Lockangebote für Neukunden hereinfallen, sondern eine Bank für Dein Depot wählen, die Dir dauerhaft günstige Transaktionsgebühren berechnet und zwar für kleinere und auch größere Orders.

 

Ich selbst bin viel zu lange treuer Kunde der Consorsbank geblieben: die waren früher mal preisgünstig. Nun sind mit der Zeit meine Transaktionen mit wachsendem Vermögen größer geworden, so dass die Consorsbank gemäß ihres volumenabhängigen Preismodells von mir mittlerweile bis zu 69€ pro Order verlangt. Bei einigen anderen Discountbrokern kostet die gleiche Order unabhängig von der Größe nur ca. 10% dieses Preises. 

 

 

3. Wann und wie solltest Du einsteigen, um einen Fehlstart zu vermeiden?

 

Ich werde oft gefragt, wann der optimale Zeitpunkt für einen Einstieg an der Börse gekommen sei. Die einfache Antwort: Ich weiss es nicht. Niemand kann die kurzfristige Gesamtmarktentwickung oder gar den nächsten Crash voraussagen. Ich halte es da lieber mit dem legendären Fonds-Manager Peter Lynch, der die Meinung vertreten hat, dass immer der richtige Zeitpunkt sei, um erstklassige Unternehmen zu kaufen. 

 

Versuche erst gar nicht, die kurzfristige Gesamtmarktentwicklung zu prognostizieren. Es wird Dir nicht gelingen und ist m.E. Zeitverschwendung.

 

Gerade die bei meinen Investments oft im Fokus stehenden Tech-Aktien sind hoch bewertet und die nächste stärkere Korrektur an den Börsen ist nur eine Frage der Zeit. Aber diese Unternehmen wachsen i.d.R. schnell und steigern dadurch jährlich ihren fairen Wert um 20%, 30% oder mehr.

 

Wenn Du mit dem Einstieg auf den nächsten Kursabschwung wartest, kannst Du also u.U. eine tolle Unternehmensentwicklung verpassen. In früheren Jahren habe ich regelmässig den Fehler gemacht und zu lange auf günstige Kurse bei erstklassigen Wachstumsunternehmen gewartet. Diese sind meiner Erfahrung nach jedoch selten wirklich billig zu haben. 

 

Einstieg auf Raten

Du solltest jedoch beim Einstieg in eine Aktie, einen ETF oder ein wikifolio niemals sofort den gesamten für die Anlage vorgesehenen Betrag investieren. Es hat sich für mich bewährt, in mindestens 2-3 Tranchen zu verschiedenen Kursen über einen längeren Zeitraum hinweg eine Position aufzubauen. Denn wie gesagt ist die kurzfristige Kursentwicklung nicht vorhersehbar.

 

Daher meine Empfehlung: kaufe zunächst ein Drittel oder max. die Hälfte der Position, die Du erwerben möchtest. Beobachte dann die Kursentwicklung und kaufe bei Kursverlusten von 30% (in einer Einzelaktie) bzw. 20% (in einem ETF oder wikifolio) konsequent zu billigeren Kursen nach, sofern sich an der positiven Perspektive für das Unternehmen (oder den ETF bzw. das wikifolio) nichts geändert hat. 

 

Du solltest grundsätzlich darauf achten, immer einen ausreichenden Anteil (mindestens 10-15% Deines zur Verfügung stehenden Kapitals) an Barreserve zu halten, um auf sich bietende Kaufgelegenheiten flexibel reagieren oder im Bedarfsfall bei sinkenden Kursen nachkaufen zu können. Du bist damit idealerweise auch mental darauf vorbereitet, Deine Positionen  zu vergrößern, sobald es zu einer Konsolidierung kommt und Du zu billigeren Kursen nachkaufen kannst.

 

Wenn Du Dich für Tech-Aktien interessierst und tiefer in eine Strategie zum High-Growth-Investing einsteigen willst, dann empfehle ich Dir zum Nachlesen meine Blogserie zur HGI-Strategie

 

Aber vielleicht willst Du zunächst noch schnell Deine Stimme abgeben für "High-Growth-Investing" beim Publikumspreis des finanzblog awards? (möglich bis 11. Oktober 2019). 

 

Ich freue mich über Eure Unterstützung! 

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