Wie Du in die Gewinner der Digitalen Transformation investieren kannst

January 30, 2018

 

Wenn Du diesem Blog schon länger folgst, dann weisst Du, dass meiner Meinung nach die Digitale Transformation die grösste Investment-Chance unserer Zeit ist. Schon in meinem allerersten Blog-Beitrag hatte ich das thematisiert in meinen 5 Gründen zum Start dieses High-Tech-Investing Blogs.

 

Mit diesem Beitrag möchte ich diese These etwas näher begründen. Und ich werde einmal ganz generell beschreiben, mit welchen Aktien Du bestmöglich und breit gestreut in die Gewinner der Digitalisierung investieren kannst. Denn es geht hier um viel mehr als nur die Technologieaktien im herkömmlichen Sinne.

 

Die Gewinner im Zeitalter der Digitalen Transformation

 

Ganz generell kann man ganz grob 3 Gruppen von Unternehmen unterscheiden, die von der Digitalisierung profitieren und ihren Enterprise Value in den kommenden Jahren erheblich steigern sollten.

 

Denn diese Unternehmen werden aus dem oftmals schmerzhaften Anpassungsprozess in den verschiedenen Branchen als Gewinner hervorgehen:

 

1. Digital Enabler

 

Die erste Kategorie sind die Technologieunternehmen, welche die Digitalisierung bei ihren Kunden erst möglich machen durch ihre Hardware, Software oder Dienstleistungen. Das können Anbieter von Infrastruktur sein wie Nutanix, Hortonworks oder MongoDB, aber auch Applikationsoftware-Unternehmen wie Guidewire.

 

Bisher habe ich mich hier auf dem High-Tech-Investing-Blog schwerpunktmäßig diesen Technologieaktien aus der zweiten Reihe gewidmet. Denn hier sehe ich die größten Chancen, noch weitgehend unentdeckte Unternehmen zu finden, deren Aktien unter ihrem fairen Wert notieren - zumindest wenn man ihre Zukunftsaussichten vernünftig einpreist.

 

Aber auch die grossen Cloud-Infrastruktur-Provider wie Amazon Web Services und Microsoft mit Azure gehören selbstverständlich in diese Kategorie - wobei man hier schon ganz genau auf die Bewertung achten muss, denn diese Aktien sind ja allesamt schon sehr gut gelaufen und die Aktienkurse nehmen viele gute Nachrichten vorweg.

 

2. Digital Business Leaders

 

 Die zweite Kategorie der "Digitale Business Leaders" sind die jungen Unternehmen, die erst im Zeitalter der Digitalisierung gegründet wurden und mit ganz neuen innovativen Geschäftsmodellen in einen Markt eintreten oder sogar ganz neue Märkte begründen mit dem innovativen Mehrwert, den sie für ihre Kunden schaffen.

 

Sehr oft treten diese Unternehmen auf einem etablierten Markt in den Wettbewerb mit den Platzhirschen ein mit dem Ziel, diesen Markt mit den Vorteilen, die ihnen die Digitalisierung gibt, entscheidend zu verändern. Im Englischen werden diese Unternehmen oft auch als "Disruptors" bezeichnet.

 

Beispiele für solche disruptive Plattform-Companies sind etwa Uber, die weltweit das Taxigewerbe angreifen oder AirBnB, die gerade den Hotelmarkt aus den Angeln heben. Auch einige meiner High-Tech-Investments wie Square als Herausforderer im Payment-Processing oder Lending Club als Disruptor des Kreditgewerbes fallen in diese Kategorie. Weitere Musterbeispiele sind Shopify im Einzelhandel oder Spotify im Musikgeschäft.

 

3. Digital Transformation Leaders

 
Die dritte Kategorie der "Digital Transformation Leaders" sind die etablierten Unternehmen einer Branche, die schon vor der Digitalisierung am Markt waren und nun oftmals von Digital Business Leaders angegriffen werden. Diese etablierten Unternehmen werden nur dann zu den Gewinnern der Digitalisierung gehören, wenn sie in der Lage sind, sich an die neuen Spielregeln ihrer Branche anzupassen. Diese Gewinner werden ihre Marktposition und überlegenen Ressourcen nutzen, um Angreifer abzuwehren und sie werden selbst die Digitale Transformation ihrer Branche zu ihrem Vorteil aktiv vorantreiben.
 
Viele andere etablierte Unternehmen werden hingegen zu schwerfällig sein, um diesen oft schmerzhaften Anpassungsprozess schnell genug zu bewältigen. Sie werden früher oder später wohl in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

 

Wenn Du erfolgreich in die "Digital Transformaton Leaders" investieren willst, dann kommt es darauf an, diejenigen etablierten Unternehmen einer Branche zu finden, die zu den Anführern der Digitalen Transformation in ihrem Bereich gehören werden.

 

Wie kann man diese "Digital Leaders" erkennen?

 

Ganz allgemein kann man anhand der folgenden 8 Denk- bzw. Verhaltensweisen eines Unternehmens recht gut einschätzen, ob es im digitalen Zeitalter erfolgreich bestehen kann:

  1. Big Data - Nutzung: Das Unternehmen setzt systematisch moderne Technologien ein, um große Mengen von Daten systematisch zu erheben, zu verarbeiten und um Kundenverhalten möglichst in Echtzeit zu beeinflussen.
     

  2. Open Thinking: Das Unternehmen ist offen für die Nutzung von Technologien anderer Unternehmen. Sehr gerne werden Open Source - Technologien genutzt. Es wird niemals etwas selbst entwickelt, das man genauso gut bei einem Anbieter beschaffen könnte. Denn dadurch bringen Unternehmen neue Produkte wesentlich schneller auf den Markt als weniger flexible Konkurrenten, die das "Not Invented Here"-Syndrom haben.
     

  3. Flache Hierarchien: in der Unternehmenskultur spielen Titel und Hierarchien keine wesentliche Rolle. Stattdessen werden flexible Teams gebildet, deren Mitglieder alle nötigen Skills und Kompetenzen besitzen, um ein Projekt best- und schnellstmöglich zum Erfolg zu führen.
     

  4. Die Entscheidungsfindung läuft grundsätzlich auf der Basis von echten Informationen ab. Und nicht etwas auf der Grundlage von Bauchgefühl oder "weil es schon immer so war".
     

  5. Agile Thinking: Die Produktentwicklung (nicht nur in der IT) läuft als agiler Prozess ab. Es herrscht das Verständnis vor, dass ein Produkt schnellstmöglich als MVP (Minimum Viable Product) auf den Markt gebracht wird und dann gemäss Kundenfeedback stetig verbessert und weiter an die Kundenanforderungen angepasst wird.
     

  6. Continuous Improvement: Die Wertschöpfungskette wird vollständig verstanden. Jeder einzelne Schritt wird ständig kritisch hinterfragt und kontinuierlich verbessert.
     

  7. Platform Thinking: Das Unternehmen spielt eine führende Rolle beim Bau bzw. der Etablierung einer Plattform für seine Branche. Eine solche Plattform ist ein neues Geschäftsmodell, das verschiedene Anbieter und Kunden zusammenbringt, um Netzwerkeffekte zu nutzen, miteinander zu interagieren und Wert auszutauschen.
     

  8. Design Thinking: Im Mittelpunkt aller Anstrengungen des Unternehmens steht es, die Probleme des Kunden bestmöglich zu lösen und die Produkten bzw. Dienstleistungen aus Anwendersicht zu optimieren. Ein Grundgedanke dabei ist, dass nur interdisziplinäre Teams echte und herausragende Innovationen schaffen können.

 

Das Revival des "Eyes- and Ears- Investing"

 

Wenn Du Dich mit den Produkten bzw. Dienstleistungen eines Unternehmens näher beschäftigst egal ob als Mitarbeiter, Kunde oder als Aktionär, dann wirst Du ganz schnell beobachten können inwiefern diese 8 Denkweisen in einer Unternehmenskultur verankert sind oder auch nicht.

 

Und zwar ganz unabhängig davon mit welcher Branche Du da gerade zu tun hast. Denn zu den Digital Leadern gehören längst nicht nur Technologiefirmen, sondern es gibt mittlerweile in jeder Branche einige Unternehmen, die dem Wettbewerb voraus sind in ihrem eigenen Transformationsprozess.

 

In einer Versicherung z.B. geht es darum, die Kernprozesse wie den Vertragsabschluss (Customer Onboarding) und die Schadensbearbeitung (Claims Management) möglichst papierlos und bequem für den Endkunden und/oder Vermittler abzuwickeln. Alle etablierten Versicherungen haben grosse Probleme, ihre Organisationen entsprechend umzubauen. Aber einige nehmen diese Herausforderung erfolgreich an während andere mittlerweile hoffnungslos hinterher hinken.

 

Jeder von uns hat da sicherlich schon verschiedenste Erfahrungen gemacht mit der Digitalisierung der unterschiedlichen Anbieter. Und diese Kundenerfahrungen lassen direkte Rückschlüsse zu, wie wettbewerbsfähig das Unternehmen in der Zukunft sein wird. Insofern ist es für jeden uns möglich, alleine durch die Erfahrungen im Alltag solche Digital Leaders zu finden - und zwar in jeder Branche.

 

Das bedeutet natürlich noch längst nicht, dass all diese Unternehmen ein kaufenswertes Investment sind. Denn natürlich spielt nach wie vor die vernünftige Bewertung der Aktie eine entscheidende Rolle. Aber die Beobachtung der digitalen Weiterentwicklung der Unternehmen aus Endkundensicht kann zumindest wertvolle Investment-Ideen liefern. 

 

Im Grunde entspricht diese Vorgehensweise dem uralten "Eyes- and Ears - Investing", das der berühmte Fondsmanager Peter Lynch schon in den 80er Jahren propagiert hat - lange bevor die Digitale Transformation begonnen hat.

 

Investieren in die "Digital Leaders"

 

Nun fragst Du Dich vielleicht wie Du etwas systematischer die Digital Leaders erkennen und in sie investieren kannst.

 

Genau diese Frage habe ich mir jedenfalls gestellt...

 

... und dabei habe ich festgestellt, dass es offenbar kein Finanzprodukt gibt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, die verschiedenen Gewinner der Digitalisierung systematisch zu identifizieren und in einem einzigen Anlage-Vehikel für jedermann einfach und bequem investierbar zu machen.

 

Und zwar über die 3 genannten Kategorien der "Digital Leaders" hinweg.

 

Für mich klingt das nach einer tollen Herausforderung und einzigartigen Chance.

 

Daher habe ich mich entschlossen, den nächsten Schritt zu tun und ein solches Finanzprodukt zu konzipieren - wohlwissend dass dies ein großer Schritt ist, da ich mich damit in den regulierten und stark umkämpften Markt der Profi-Asset-Manager begebe.

 

Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass diese Investment-These eine herausragende Chance bietet in den kommenden Jahren. Daher nehme ich diese Herausforderung gerne an.

 

Nun geht es für mich darum, den richtigen Rahmen zu wählen für ein solches Finanzprodukt: 

 

Welche Eigenschaften müsste so ein Investment-Vehikel haben?

  • Ich sollte meine Anlagestrategie weitestgehend genauso umsetzen können wie als Privatanleger.
     

  • Das Produkt muss einfach verständlich und von breiten Anlegerkreisen akzeptiert sein.
     

  • Es muss den strengen Regulierungen in Deutschland genügen.
     

  • Die Kostenstruktur muss so schlank sein, dass die langjährige Performance auch nach allen Kosten den vergleichbaren ETF's nachhaltig überlegen ist.
     

  • Das Produkt sollte auch für institutionelle Anleger interessant sein, um interessante Skaleneffekte in der Kostenstruktur realisieren zu können.
     

  • Es sollte keine zusätzlichen "Fragezeichen" wie ein Emittenten-Risiko enthalten.
     

  • Ich muss unabhängig von den suboptimalen Rahmenbedingungen der "grossen" Asset-Management-Industrie agieren können - siehe dazu meine 7 Gründe warum Privatanleger erfolgreicher investieren als Fondsmanager 
     

  • Das Ziel muss eine möglichst hohe durchschnittliche Rendite nach allen Kosten für den Anleger sein - und zwar mit einem Anlagehorizont von mindestens 5-7 Jahren.

 

Einige dieser Punkte hören sich vielleicht zunächst etwas widersprüchlich und schwierig umzusetzen an. Die gute Nachricht aber ist, dass ich tatsächlich auf einem guten Wege bin, gemeinsam mit erfahrenen Partnern genau solche Rahmenbedingungen zu schaffen. Damit  legen wir die Basis für ein Finanzprodukt, das erstmals ermöglichen soll, einfach und transparent in die Digitale Transformation - und nicht nur in Technologieaktien - zu investieren.

 

Falls Du das spannend findest und eventuell sogar interessiert bist, demnächst gemeinsam mit mir in die Digital Leaders zu investieren, dann trage Dich doch bitte mit Deiner E-Mail-Adresse in den Newsletter-Verteiler hier im Blog ein. Dann verpasst Du garantiert nicht die neuesten Updates zu diesem Thema. Denn ich hoffe, dass ich schon in einigen Wochen wichtige Neuigkeiten dazu verkünden kann.

 

Falls Du Dich bis dahin schon mal etwas mit meiner Anlagestrategie beschäftigen willst, so empfehle ich Dir die folgenden Beiträge zum erfolgreichen Investieren in die "Digital Enablers".

 

Teil1: Der Tornado als Signal zum Einstieg - Grundlagen des High-Tech-Investing

 

Teil 2: Wie Du das Potential einer Technologieaktie einschätzen kannst

 

Teil 3: Die Bewertung von Technologieaktien - einfach gemacht  

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