Arista Networks Aktie - Auch Cloud-Titanen können schwächeln

May 5, 2019

 

Immer dann, wenn eine Aktie aus meinem High-Tech Stock Picking wikifolio zweistellig an Wert verliert, bekomme ich besorgte Anfragen mit der Bitte, ich möge doch diese Kursbewegung erklären.

 

Oftmals kann ich das gar nicht, denn derartige wilde Schwankungen sind leider bei vielen High-Growth-Aktien an der Tagesordnung - und oftmals gibt es auch für mich keine nachvollziehbare Erklärung dafür. Interessanterweise bekomme ich fast keine Anfragen, wenn es bei den gleichen Aktien wieder mal zweistellig nach oben geht… 😉

 

In den letzten Tagen war es mal wieder soweit. Es haben mich etliche besorgte Mails erreicht bzgl. der Aktie von Arista Networks, die in den vergangenen Wochen über 15% ihres Wertes eingebüsst hat.

 

Und in diesem Fall gibt es sogar eine recht einfach nachvollziehbare Erklärung dafür.


 

Die Zahlen zum Q1 2019

 

In der vergangenen Woche hat Arista Networks seine Zahlen für das Q1 2019 vorgelegt. 

Die waren sehr gut und haben sowohl die Guidance des Managements als auch die Analystenerwartungen übertroffen: 

  • Der Umsatz ist um 26% gestiegen auf $595 Mio. 

  • Die Brutto-Marge (Gross-Margin) lag stabil bei 64%

  • Der Nettogewinn von $188 Mio. bedeutet eine Netto-Marge von 31,5%

  • Der Gewinn pro Aktie (EPS) ist auf den Rekordwert  von  2,31$ (non-GAAP) gestiegen

Wo ist der Haken?

 

Die gleichzeitig veröffentlichte Guidance des Arista Managements für den Umsatz im  Q2 2019 lag 5% unter den Analystenerwartungen. Das Management erwartet nun „nur" noch ein Umsatzwachstum von 17% im Q2. Das genügte in der gegenwärtigen Situation, um für einen zweistelligen Kursrutsch nach Veröffentlichung dieser Zahlen zu sorgen. 

 

 

Man darf dabei nie vergessen, dass die Arista Aktie in den vergangenen 5 Monaten über 70% angestiegen war.

 

Die ganz aufmerksamen Beobachter des High-The Stock Picking wikifolios haben vielleicht bemerkt, dass ich Ende März meinen Anteil an Arista Aktien daraufhin reduziert hatte - denn das war ganz einfach zu viel des Guten.

 

Ich hatte ja schon in meinem Beitrag zur Exit-Strategie darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, nach besonders steilen Kursanstiegen auch mal Gewinne mitzunehmen. 

 

Der Grund für die schwache Guidance

 

Der Grund für die Senkung der hohen Erwartungen ist ein schwacher Auftragseingang bei Arista  im April - also zu Beginn des 2. Quartals. Das Arista Management ist grundsätzlich vorsichtig in seinen Planungen und hat daraufhin bereits jetzt mit einer Umsatzwarnung reagiert.

 

Es sollte jedem Investor bewusst sein, dass es sich bei Arista als Netzwerkausrüster um ein Geschäftsmodell handelt, das längst nicht so gut planbar ist wie etwa das Subskriptions-Business eines SaaS-Anbieters. 

 

Die wichtigste Kundengruppe für Arista sind die vom Unternehmen sogenannten Cloud-Titanen wie AWS, Microsoft, Google und Facebook. Arista macht immer dann Geschäft, wenn diese Großkunden ihre Rechenzentren erweitern oder neue Rechenzentren aufbauen.

 

Gerade in 2018 waren diese Cloud-Titanen die größten Treiber des Wachstums bei Arista. Die Risiken einer evtl. Abhängigkeit hatte ich hier beschrieben. 

 

Auch Cloud-Titanen können schwächeln

 

Nun hat einer dieser Cloud-Titanen beschlossen, mit seinen Orders bei Arista zu pausieren. Es ist nicht bekannt, um welchen Cloud-Titan es handelt. 

 

Einige Beobachter vermuten einen Zusammenhang mit den relativ schwachen Quartalszahlen von Google. Aber das ist reine Spekulation. Für die weitere Entwicklung der Arista Aktie ist es auch unerheblich, um welchen Kunden es sich handelt. 

 

Wichtiger wäre zu erfahren warum dieser Kunde seine Orders bei Arista (vorübergehend) gestoppt hat. Es gibt nach Aussage des äußerst vertrauenswürdigen Arista Managements keine Anzeichen dafür, dass Arista dieses Geschäft an einen Mitbewerber verloren hätte. 

 

Über die Gründe kann man also nur spekulieren. Derartige Spekulationen waren aber noch nie ein guter Ratgeber bei Investment-Entscheidungen.

 

Fakten statt Spekulationen 

 

Die ohnehin gute Profitabilität bei Arista entwickelt sich herausragend. Die Gross Margin von 64% ist klasse für einen Hardware-Hersteller.

 

Die operativen Kosten betrugen im Q1 insgesamt $161 Mio. oder 27% des Umsatzes. Davon entfällt der Großteil (18%) auf Forschung und Entwicklung, nur 7,3% des Umsatzes wird für Sales und Marketing sowie 1,8% für die allgemeine Verwaltung ausgegeben.

 

Das sind Kostenstrukturen, die man sonst nur ganz selten findet.

 

Arista Networks ist ein vor Kraft strotzendes Unternehmen mit einer operativen Cashflow-Marge von zuletzt 28,5% und einem immer größer werdenden Cashbestand von $2,2 Mrd.

 

In 2018 hat Arista aus dieser Position der Stärke heraus damit begonnen, ergänzende Technologien hinzuzukaufen. Ich hatte in meiner Arista-Analyse für den DLF-Blog schon über die Akquisition von Mojo Networks berichtet.

 

In einigen Wochen soll von Arista näheres über den Stand der Integration von Mojo und Metamako berichtet werden. Es ist zu erwarten, dass im 2. Halbjahr 2019 mit einem neuen Fokus in den WLAN-Markt zusätzliche Wachstumsimpulse gesetzt werden sollen. 

 

Sogar ein  $1 Mrd. schweres Aktienrückkaufprogramm hat sich das Arista Management nun vom Board genehmigen lassen. Allerdings handelt es sich hierbei nur um die Erlaubnis, in den kommenden 3 Jahren bei entsprechender Gelegenheit Aktien zurückzukaufen. Es wird interessant zu beobachten sein, bei welchem Preis der Aktie wirklich ein Rückkauf erfolgt.

 

Fazit


Am „Big Picture“ hat sich für mich wenig bis gar nichts geändert. Ich empfehle Dir, dieses 5-minütige Video anzuschauen, das sowohl die Historie als auch die Vision des Unternehmens gut zusammenfasst.

 

 

Arista ist ein hervorragendes Unternehmen, das unverändert sehr gut positioniert ist, um noch viele Jahre lang vom Mega-Trend Cloud-Computing zu profitieren. Einzelne schwächere Quartalsergebnisse  (wie evtl. das Q2 2019) machen da noch lange keinen Negativ-Trend aus.

 

Das Wachstum des Unternehmens wird sich jedoch auch aufgrund der mittlerweile erreichen Größe ($2,3 Mrd. Umsatz in den letzten 12 Monaten) verlangsamen, falls es nicht gelingt, neue Wachstumsimpulse zu geben. Ich glaube jedoch daran, dass das dem bisher hervorragend agierenden Arista Management gelingen wird. 

 

Die Arista Aktie ist mit einem KGV von gut 30 auf Basis der geschätzten Zahlen für 2019 fair bewertet.

 

Antizyklische Investoren bekommen hier in den kommenden Wochen eventuell eine Einstiegsgelegenheit. Was wir gerade sehen ist für mich vor allem eine dringend notwendige Konsolidierung nach der über 70% Rallye seit Jahresbeginn.

 

Aber die Unsicherheit ist gestiegen und die Arista Aktie dürfte auch in Zukunft sehr volatil bleiben. Falls Du eher schwache Nerven hast, dann solltest Du Dich von der Arista Aktie fernhalten.

 

Für das High-Tech Stock Picking wikifolio und auch das Portfolio von The Digital Leaders Fund bleibt Arista Networks jedoch weiterhin ein Basisinvestment.

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