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  • Stefan Waldhauser

Warum Du Deine Einstiegskurse nach dem Kauf vergessen solltest



Heute gibt es aus aktuellem Anlass mal einen Tipp von mir, der sich für Dich zunächst vielleicht etwas seltsam anhört.


Aber ja, ich meine das durchaus ernst:


Nach dem Kauf einer Aktie solltest Du ganz schnell Deinen Einstiegskurs vergessen - und zwar für immer!

In der vergangenen Woche bin ich gleich zweifach darauf aufmerksam geworden, dass viele Privatanleger leider genau das Gegenteil machen.


Ein guter alter Freund von mir, wir kennen uns seit der Schulzeit, ist heute ein sehr erfolgreicher Unternehmer und Selfmade-Millionär. Vor wenigen Tagen berichtete er mir von seinen mal mehr und mal weniger erfolgreichen Aktieninvestments. Aktuell hat er u.a. BASF und Bayer im Portfolio. Überzeugt ist er nicht von diesen Investments, er sitzt mit diesen Aktien aktuell auf Buchverlusten. Aber er plant die Aktien geduldig zu halten, bis Sie “im Plus” sind und will dann aber schnellstmöglich verkaufen.


Passend dazu habe ich - diesmal im Kontext der SAP Aktie - ein ganz ähnliches Statement von einem meiner Follower via Twitter gesehen:


Hmmm…


Kennst Du diesen Gedankengang?


Orientierst auch Du Dich bei der Entscheidung über einen evtl. Verkauf einer Aktie daran, ob Du mit dieser Position "im Plus" liegst oder nicht?


Falls ja, solltest Du diesen Beitrag besonders aufmerksam lesen!


Einer der häufigsten Fehler von Privatanlegern ist es, sich bei der Entscheidung über den Verkauf einer Aktie vom Einstiegskurs leiten zu lassen.

Was hinter diesem Verhalten steckt, ist der Ankereffekt. Das ist ein Begriff aus der Verhaltenspsychologie und beschreibt den Effekt, dass Menschen bei Entscheidungen systematisch von bestimmten Informationen aus ihrer Umgebung beeinflusst werden, manchmal ohne dass ihnen dieser Einfluss bewusst wird. Die Umgebungsinformation (hier der Einstiegskurs) wird als der „Anker“ bezeichnet, an dem sich die Entscheidung orientiert.


Das Problem dabei: Diese Anker können selbst dann einen Einfluss haben, wenn sie für die Entscheidung irrelevant sind und führen dann regelmäßig zu suboptimalen Entscheidungen.


Und genau das ist hier der Fall: Der Einstiegskurs ist zu 100% irrelevant für die Frage, ob eine im Portfolio befindliche Aktie zum heutigen Zeitpunkt ein gutes Investment ist oder nicht.


Denn der Einstiegskurs bezieht sich auf die Vergangenheit.


An der Börse aber wird mit einer Aktie aber stets die Zukunft eines Unternehmens gehandelt. Der Einstiegskurs ist in keinster Weise dabei hilfreich, wenn Du als Anleger eine gute Entscheidung über den weiteren Verbleib der Aktie in Deinem Depot treffen willst.


Stattdessen solltest Du Deine Entscheidung anhand der Dir aktuell vorliegenden relevanten Informationen wie z.B. Geschäftszahlen, Aktienanalysen oder Bewertungskennzahlen treffen.


Im Endeffekt führt der Ankereffekt dazu, dass Anleger aufgrund ihres Einstiegskurses an qualitativ unterdurchschnittlichen Aktien festhalten oder aber aber Aktien verkaufen, weil sie “im Plus” sind, ohne das weitere Potenzial dieser Aktien zu berücksichtigen.


Broker sind Teil des Problems


Die üblichen Portfolio-Ansichten bei den gängigen Online-Brokern verstärken diesen Effekt noch. Denn diese Tools zeigen oftmals in Real-Time die aktuelle Performance seit dem Einstieg in eine Aktie. Meist sind die einzelnen Positionen dann auch noch grün (= “im Plus”) oder rot (= “im Minus”) eingefärbt.



Insbesondere rote Zahlen im Portfolio sind für viele Anleger psychologisch nur schwer zu ertragen, auch wenn es sich erstmal "nur" um Buchverluste handelt. Diese Anleger warten dann oftmals nur darauf, dass die Position endlich wieder grün wird. Sie verkaufen nach einer Kurserholung oftmals, ohne die weiteren Aussichten einer Aktie überhaupt zu analysieren.


Dazu muss man wissen, dass die Broker ihr Geld damit verdienen, dass Anleger handeln. Im Allgemeinen gilt: je mehr gehandelt wird, desto besser für den Broker. Daher ist es durchaus verständlich, wenn Broker den Ankereffekt zu ihren Gunsten ausnutzen.


Weniger ist mehr!


Doch es geht auch anders: Beim aktien.guide gibt es ebenfalls die Möglichkeit, eines oder mehrere Portfolios anzulegen, um gezielt eine Reihe von Aktien zu beobachten und zu analysieren. Was es bis zum heutigen Zeitpunkt im aktien.guide aus gutem Grunde nicht gibt, das ist die Möglichkeit, Einstiegskurse zu hinterlegen. Denn Einstiegskurse sind irrelevant und kontraproduktiv für gute Entscheidungen!


Stattdessen gibt es im aktien.guide das, was bei den Brokern fehlt, aber für gute Entscheidungen wirklich notwendig ist. Z.B. verschiedene Ansichten für die Bewertung der Aktien im Portfolio - gemessen am beliebten KGV oder aber auf Basis der von mir bevorzugten Kennzahlen EV/Sales (hier einfach erklärt) und EV/FCF (hier einfach erklärt).


Daneben ermöglicht aktien.guide auch die Analyse der Portfolios nach verschiedenen Scoring-Modellen, die z.B. Einsicht in die Dividendenqualität oder aber die Wachstumskennzahlen bieten.



All das kann Dir helfen, mit möglichst wenig Zusatzaufwand bessere Entscheidungen über den Verbleib oder aber den Verkauf von Aktien aus Deinem Porfolio zu treffen.


Der Einstiegskurs ist dabei ganz sicher nicht hilfreich:


Denn wenn eine Aktie um 50% gefallen ist, dann gibt es keinen Grund, warum sie sich nicht nochmals halbieren sollte, falls das Unternehmen sich fundamental tatsächlich entsprechend schlecht entwickelt.


Andererseits ist es oftmals keine gute Idee, gut gelaufene Aktien zu verkaufen. Denn wenn die Unternehmensentwicklung passt und die Bewertung fair ist, dann gibt es keinen Grund, warum eine Aktie nicht weiter im Wert zulegen sollte. Und es wäre doch schade, wenn Du einen Multibagger im Portfolio verpasst, nur weil Du eine Aktie verkaufst, nachdem Dir Dein Broker nach längerer Durststrecke wieder grüne Zahlen signalisiert.


Wenn Du den aktien.guide zur Portfolioanalyse OHNE Ankereffekt mal ausprobieren willst, dann kannst Du Dir jetzt hier einen kostenlosen Basis-Account erstellen.


Disclaimer: Ich erhalte keine Vergütung von aktien.guide für diese Empfehlung. Allerdings bin ich mittelbar an der aktien.guide AG beteiligt und partizipiere damit am wirtschaftlichen Erfolg dieser Plattform.


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