• Stefan Waldhauser

Nutanix Aktie - Erleichterung nach dem Investor Day


Ich hatte in der vergangenen Woche auf dem Blog von The Digital Leaders Fund die aktuelle Lage bei Nutanix und die Ursachen der aktuellen Wachstumsprobleme analysiert.

Zur Erinnerung: Nutanix hatte eine äußerst schwache Guidance für das laufende 2. Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/2019 abgegeben.

Gestern fand ein von Nutanix veranstalteter Investorentag statt, in dem das Unternehmen seine aktuelle Strategie darlegte, den neuen Vertriebschef vorstellte und versuchte, die Investoren nach dem Crash der Nutanix-Aktie zu beruhigen.

Das ist anscheinend zunächst mal gut gelungen, denn noch während der Veranstaltung konnte die Nutanix-Aktien um 6% zulegen.

Es gab gute und schlechte Neuigkeiten zu übermitteln!

Zuerst die schlechten Nachrichten

Zunächst mal wurde erwartungsgemäß das mittelfristige Ziel von $3 Mrd. Software-Billings p.a. auf ziemlich elegante Art und Weise einkassiert und um ein knappes halbes Jahr nach hinten verschoben.

Nun will man dieses Ziel nicht mehr im Geschäftsjahr 2021 (das am 31.07.21 zu Ende geht) erreichen, sondern im Kalenderjahr 2021 (also im Laufe des Geschäftsjahres 2022).

Was dahinter steckt ist, dass die Neukundengewinnung nach den neuen Planungen etwas langsamer vorankommen wird.

Der Grund dafür sind die in meiner aktuellen Nutanix-Analyse beschriebenen Probleme in Marketing und Vertrieb der letzten beiden Quartale.

Das Nutanix-Management geht in seiner aktualisierten Planung also davon aus, dass diese Probleme nun schnell gelöst werden und sich damit „nur“ eine Verzögerung der Unternehmensentwicklung von 2 Quartalen ergibt.

Die Zukunft wird zeigen, ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist. In meiner Erfahrung hat es im Enterprise Software-Business immer wesentlich länger als ein halbes Jahr gedauert, bis strukturelle Probleme im Vertrieb behoben werden konnten…

Weitere schlechte Nachrichten gab es bezüglich des Cashflows. Die Neukundengewinnung kostet viel Geld und so geht man nun davon aus, dass man im laufenden Geschäftsjahr einen negativen Free Cashflow i.H.v. ca. 5% vom Umsatz erzielen wird.

Zusammen mit einer Verlangsamung des Wachstums auf ca. 25% verfehlt man damit die Benchmark der Rule-of-40 in diesem und wohl auch im nächsten Geschäftsjahr sehr deutlich. Die bisherigen kurzfristigen Ziele bzgl. der Profitabilität haben sich damit durch die Vertriebsprobleme regelrecht pulverisiert...

Und dann die guten Nachrichten

Die wichtigste Nachricht des Investoren-Tages war der konkrete Vergleich des Nutanix Geschäftsmodells mit dem zahlreicher anderer Cloud-Softwareanbieter.

Man hat glaubhaft gemacht, dass Nutanix auf dem besten Wege ist, im Kalenderjahr 2021 über 75% seiner Umsätze mit wiederkehrenden Software-Subskriptionen zu erwirtschaften.

Erstmals in dieser Form von Nutanix berechnet und im Vergleich mit anderen Cloud-Playern dargestellt wurde die von Analysten vielbeachtete "Dollar-Based Net Expansion Rate“. Diese Kennzahl sagt aus, wieviel Umsatz ein Softwareunternehmen mit einer Kohorte von Bestandskunden im Vergleich zum Vorjahr macht.

Diese Kennzahl ist bei Nutanix mit 141% großartig und liegt in der gleichen Größenordnung wie bei Twilio und Alteryx, die bisher hier "Best in Class" sind.

Das hat mich in dieser Höhe sehr positiv überrascht ehrlich gesagt. Es wird spannend sein, die Entwicklung dieser Kennzahl in den kommenden Quartalen und Jahren zu beobachten.

Ist die Nutanix-Aktie unterbewertet?

Das Nutanix-Management hat keinen Hehl daraus gemacht, dass man unzufrieden ist mit der aktuellen Bewertung des Unternehmen und der Entwicklung des Aktienkurses.

Man vergleicht sich jetzt offen mit den führenden Cloud-Software-Playern und hat eine angebliche Unterbewertung ziemlich deutlich angesprochen und auch graphisch dargestellt.

Allerdings hinkt dieser Vergleich m.E. gleich zweifach: Erstens ist die Wandlung hin zu einem subskriptionsbasierten Geschäftsmodell ja noch längst nicht erfolgreich abgeschossen und zweitens wachsen die meisten dieser wesentlich "teureren" Peer-Unternehmen wie Zscaler, Okta, MongoDB, Twilio oder Alteryx wesentlich schneller als Nutanix in der aktuellen Phase.

Ich denke das Nutanix Management wäre gut beraten, sich aus einer Beurteilung der eigenen Bewertung am Finanzmarkt einfach rauszuhalten. Mir hat das jedenfalls nicht gefallen.

Die Ziele bis 2021

Gut gefallen hat mir hingegen, wie offen das Nutanix Management im Rahmen des Investorentages Einblick in ihren Business Plan gab.

Die folgenden mittelfristigen Ziele für das Kalenderjahr 2021 wurden kommuniziert:

  • es wird für 2021 nun ein Wachstum von 30% avisiert

  • der Umsatz soll zu 75% aus Subskriptionen kommen (Billings sogar 80%)

  • Die Bruttomarge soll auf 80% steigen

  • der Free-Cashflow soll 10% betragen

Damit wäre die Rule-of-40 also auch wieder (knapp) erreicht.

Fazit

Das Nutanix Management hat an Vertrauen eingebüsst - auch bei mir.

Meiner Meinung nach ist die Unterbewertung der Nutanix-Aktie längst nicht so deutlich wie vom Management auf der obigen Folie angedeutet.

Aber wenn die neuen aktualisierten Ziele auch nur annähernd erreicht werden, so wird das Unternehmen in 5 Jahren (bei weit mehr als $3 Mrd. Software-Billings) deutlich mehr wert sein als der heutige Enterprise Value von ca. $ 7 Mrd.

Daher bleibe ich weiter investiert.

Wer sich von Euch noch genauer mit Nutanix beschäftigen möchte, dem möchte ich die Vorträge des gestrigen Investor Days ans Herz legen.

#Nutanix

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