• Stefan Waldhauser

Warum ich (noch) nicht in die CrowdStrike Aktie investiere


In den vergangenen Wochen haben mich gleich mehrere Leser angeschrieben und nach meiner Meinung zum Cloud-Security-Anbieter CrowdStrike gefragt. Diese Leser hatten sehr gut recherchiert und ich habe diesen fundierten Anfragen entnehmen können, dass da sehr viel Know-How rund um meine High-Growth-Investing-Strategie verarbeitet wurde. Bravo!

Tatsächlich ist CrowdStrike schon beim IPO im Juni 2019 auf meinem Radarschirm aufgetaucht. Und ihr habt ganz richtig beobachtet, dass CrowdStrike nach den letzten überragenden Quartalsergebnissen und der deutlichen Korrektur der CrowdStrike Aktie immer besser in mein „Beuteschema“ passt.

Die CrowdStrike Aktie ist erst seit Juni 2919 an der NASDAQ notiert. Der Ausgabepreis betrug 34$, die Erstnotierung betrug über 60$ und ist im IPO-Hype bis auf 100$ angestiegen, bevor eine deutliche Korrektur einsetzte.

Die 6-monatige Sperrfrist für die Altaktionäre ist seit November ausgelaufen und hat wie üblich noch zusätzlich zu einigem Abgabedruck geführt. Der Kurs der CrowdStrike Aktie hat sich seit den Höchstständen im August nun halbiert.

Bevor ich meinen Standpunkt zu einem möglichen CrowdStrike-Investment beschreibe, hier zunächst eine wichtige Einordnung, die mein Investment in Zscaler versus CrowdStrike betrifft.

CrowdStrike versus Zscaler

Vor einigen Monaten hatte ich den Cloud-Security-Anbieter Zscaler ins Portfolio aufgenommen. Seitdem ist die Zscaler Aktie sowohl im High-Tech Stock Picking wikifolio als auch im Portfolio von The Digital Leaders Fund vertreten.

Zscaler und CrowdStrike sind zwar beides Anbieter von Cloud-Security-Lösungen, aber die Unternehmen sind nicht etwa Wettbewerber, sondern verkaufen einander ergänzende Technologien.

Zscaler bietet mit seinen Cloud-Services Sicherheit für Netzwerke an. Zscaler ist damit eine moderne cloudbasierte Alternative für die traditionellen Firewalls und Virtual Private Networks (VPNs) im eigenen Rechenzentrum.

CrowdStrike hingegen fokussiert auf die Absicherung der Endgeräte und ist damit eine moderne cloudbasierte Alternative zur klassischen Antivirus-Software.

Zscaler und CrowdStrike sind seit einigen Monaten in einer offiziellen Partnerschaft miteinander verbunden. Diese enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Herausforderern macht sicherlich viel Sinn. Es würde mich nicht wundern, wenn da zu gegebener Zeit sogar mal über eine Fusion nachgedacht wird.

Ich denke, dass Zscaler und CrowdStrike gemeinsam den Security-Markt in den kommenden Jahren erheblich durcheinanderwirbeln werden. Die Security-Platzhirsche wie Symantec (kürzlich übernommen von Broadcom) und McAfee (Eigentümer sind Private-Equity-Gesellschaften sowie Intel) sind in die Jahre gekommen. Der Markt wird neu verteilt.

Allerdings gibt es auch einige weitere ernstzunehmende Herausforderer am Zukunftsmarkt für Security-Lösungen: man denke nur an Elastic, die nach der Übernahme des Endpoint-Security Anbieters Endgame jetzt mit einem disruptiven Preismodell den Security-Markt angehen. Siehe dazu hier: Elastic erobert den Security-Markt.

Beeindruckende Entwicklung von CrowdStrike

Tatsächlich bringt CrowdStrike etliches von dem mit, was ein gutes High-Growth-Investment ausmacht:

1. Rasantes Umsatzwachstum

Der ARR ist zuletzt um 97% gegenüber dem Vorjahr auf über $500 Mio. angestiegen. Eine Abflachung des prozentualen Wachstums ist in den letzten Quartalen allerdings deutlich erkennbar - was aber unausweichlich ist angesichts der bereits erreichten Umsatzgröße.

2. Positive Entwicklung der Bruttomargen

Die Gross Margin zeigt bei CrowdStrike eine zügige Verbesserung in Richtung der 80%, die das Ziel eines solchen subskriptionsbasierten Geschäftsmodells sein sollte.

3. Positive Cashflow-Entwicklung

Die operativen Ausgaben werden (prozentual vom Umsatz gesehen) erstaunlich schnell zurückgefahren mit entsprechend positiven Effekten auf den Cashflow. Der Free Cashflow war bei CrowdStrike im letzten Quartal mit $7 Mio. positiv gegenüber noch -$13 Mio. im Vorjahr. Es ist zu erwarten, dass in den kommenden Jahren relativ schnell eine Marge von 10-20% erreicht wird.

4. Explosionsartig wachsende gesunde Kundenbasis

Die Anzahl der CrowdStrike Subskriptionskunden ist innerhalb von 12 Monaten um 112% auf 4.561 (zum 31.10.2019) angestiegen. Die Dynamik ist ungebrochen, In den vergangenen Quartalen wurde jeweils ein neuer Rekord aufgestellt was die Anzahl der Neukunden betrifft. Die NetRetentionRate beträgt stabil über 120% mit sogar steigender Tendenz.

Die Bewertung der CrowdStrike Aktie

Dennoch habe ich mich dazu entschieden, vorerst (noch) nicht in CrowdStrike zu investieren. Und zwar vor allem aufgrund der immer noch hohen Bewertung.

Auch nach dem tiefen Fall ist die CrowdStrike Aktie immer noch sehr teuer. Auf Basis der aktuellen Umsatzzahlen mit einem EV/Sales Verhältnis von 23 sogar noch teurer als Zscaler, bei denen sich ein EV/Sales-Verhältnis von knapp 18 errechnet.

Im kommenden bis zum 31.01.2021 laufenden Geschäftsjahr wird sich das Wachstum bei CrowdStrike wohl deutlich verlangsamen. Der von mir hochgeschätzte (und immer recht optimistische) High-Growth-Analyst Bert Hochfeld geht in einer aktuellen Analyse für CrowdStrike von 52% Wachstum auf $710 Mio. Umsatz aus.

Damit sinkt das EV/Sales-Verhältnis (forward) auf 13. Das ist dann durchaus vergleichbar mit der Bewertung der Zscaler-Aktie. Und die hatte ich ich ja vor einigen Monaten dennoch ins High-Tech Stock Picking wikifolio aufgenommen.

Das Potential von CrowdStrike und Zscaler

Ich erwarte von einem derartigen High-Growth-Investment grundsätzlich ein Kurspotential von mindestens 100% auf Sicht von einigen Jahren, um für das hohe Risiko eines solchen Engagements zu entschädigen.

Der CrowdStrike Enterprise Value beträgt bei einem Kurs von 50$ aktuell ca. $9,4Mrd. Ich muss mich also fragen, ob CrowdStrike in den nächsten Jahren - außerhalb der Börse - einen Unternehmenswert von knapp $20 Mrd. erreichen kann. Das ist bei einer perfekten Unternehmensentwicklung in einem nach Unternehmensangaben max. $30 Mrd. großen Markt zwar gut denkbar, aber sicherlich kein Selbstläufer.

Bei Zscaler bin ich da etwas optimistischer. Der Zscaler Enterprise Value beträgt bei einem Kurs der Zscaler Aktie von 49$ ca. $5,9 Mrd. Der adressierbare Markt (TAM) ist nach Unternehmensangaben von der absoluten Größe her mit $20-30 Mrd. durchaus mit CrowdStrike vergleichbar - auch wenn man in unterschiedlichen Marktsegmenten aktiv ist.

Zscaler muss also (z.B. für einen strategischen Käufer) einen Unternehmenswert von $12 Mrd. erreichen, um ein attraktives Investment gemäß meiner Strategie zu sein. Das dürfte spätestens bei einem Umsatz von $2 Mrd. der Fall sein. Denn ich gehe davon aus, dass Zscaler dann hochprofitabel sein wird. Und das Wichtigste: ich traue Zscaler durchaus zu, mittelfristig in solche Umsatzdimensionen vorzustoßen.

Fazit

Mir ist natürlich nicht entgangen, dass CrowdStrike derzeit noch schneller wächst als Zscaler. Dennoch halte ich die Zscaler Aktie derzeit für das etwas bessere, weil weniger risikoreiche Investment. Die obige Darstellung ist natürlich extrem vereinfacht. Für meine Entscheidung zugunsten von Zscaler spricht auch, dass Zscaler schon etwas weiter in seiner Cashflow-Entwicklung ist als CrowdStrike.

Bei einer weiteren Korrektur der CloudStrike-Aktie könnte ich mir auch gut vorstellen, in beiden Unternehmen engagiert zu sein. Und wer weiß: vielleicht kommt es ja eines Tages sogar zu einem Zusammenschluss, den ich im als Zscaler-Aktionär im Gegensatz zu vielen anderen Fusionen durchaus begrüßen würde.

Wenn Du CrowdStrike und die weiteren Entwicklungen am Security-Markt weiter gemeinsam mit mir verfolgen willst, dann kannst Du hier meinen kostenlosen High-Growth-Investing Newsletter abonnieren.

#CrowdStrike #Zscaler

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