• Stefan Waldhauser

monday.com Aktie: Besser als Asana, Smartsheet und HubSpot?



Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele interessante israelische Unternehmen es an die Nasdaq schaffen. Auch nach dem Kurssturz der Tech-Aktien gibt es an der US Technologiebörse immer noch mehr als 10 Software/Internet-Companies aus Israel mit einer Milliarden-Bewertung.


Eines dieser Software-Unternehmen ist monday.com : Die Israelis liefern seit dem IPO im Juni 2021 eine beeindruckende Performance ab und verbrauchen trotz Hyper-Growth kaum etwas von ihren üppigen Cash-Beständen aus dem Börsengang. Der Kurs der monday.com Aktie liegt dennoch 30% unter dem IPO Preis von 155$ und 75% unter den Höchstständen von vor 12 Monaten.


https://aktien.guide/aktien/monday-com-IL0011762130


Grund genug für mich, die Investment Story rund um monday.com hier mal etwas näher zu betrachten:


Was macht monday.com ?


Bekannt geworden ist monday.com als cloud basiertes Tool zum Projektmanagement.


Ein Vorteil der monday Lösung gegenüber der Konkurrenz ist die große Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit, mit der auch Nicht-Entwickler mit Hilfe sogenannter “Building Blocks” Workflows abbilden und Geschäftsprozesse optimieren sowie viele weitere SaaS-Tools wie Outlook, Gmail, Zoom, Slack oder Dropbox integrieren können.


Man darf sich die monday Software als Laie wie einen "Lego Baukasten für Unternehmenssoftware” vorstellen. Zumindest ist das so in etwa das Leistungsversprechen. Dass die Realität bei umfangreichen Anforderungen eines größeren Unternehmens etwas anders aussieht, das dürfte zumindest den Entwicklern unter Euch klar sein.


Tatsächlich werden die monday Services, die ursprünglich vor allem auf kleine und mittlere Unternehmenskunden abzielten, zunehmend auch von größeren Unternehmen genutzt. So zahlen schon über 1.300 Kunden mehr als 50.000$ p.a. für ihre monday Subskription.


Mittlerweile ist monday.com auf dem allerbesten Wege, sich vom One-Trick-Pony (Projektmanagement-Software) zur agilen Workflow-Plattform für eine Vielzahl von Anwendungen weiterzuentwickeln. Seit einigen Quartalen erst vermarktet monday die eigene Work OS Plattform mit verschiedenen vorgefertigten Anwendungen nicht nur für Projektmanagement, sondern auch für CRM, Marketing, Development und Work(flow) Management.


Eine wachsende Schar von Entwicklern nutzt die monday API, um weitere Anwendungen und Building Blocks für die über 150.000 monday Kunden bereitzustellen. Es sieht so aus, als könnte hier rund um den monday Apps Marketplace ein interessantes Ökosystem für externe Entwickler heranreifen.


Markt und Wettbewerb von monday.com


monday.com wird gerne mit Asana oder Smartsheet verglichen. Der Wettbewerb ist hart und noch ist nicht absehbar, welcher Anbieter langfristig eine führende Stellung im boomenden Markt für agile Work Management Software Services einnehmen kann.


Der TAM von monday.com ist laut IR-Präsentation $56 Mrd. groß


monday.com ist erst seit 2014 am Markt und damit etliche Jahre jünger als Asana und Smartsheet, die 2008 bzw. 2005 gegründet wurden. Auch daher liegt monday.com beim Umsatz von $465 Mio. (TTM) noch etwas hinter diesen Wettbewerbern, wächst aber wesentlich schneller und könnte zumindest Asana in absehbarer Zeit beim Umsatz überflügeln.


Durch sein Headquarter in Tel Aviv hat monday Kostenvorteile gegenüber den Wettbewerbern aus den USA. Im Resultat verbrennt Asana noch immer jede Menge Geld, während monday.com den Cashflow Breakeven praktisch erreicht hat.


monday hat große Ambitionen und will sich z.B. mit seinem CRM auch als Alternative zu etablierten Application Service Anbietern wie HubSpot positionieren. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten: Nach Aussage eines HubSpot-Partners betreibt monday bzgl. seiner Fähigkeiten rund um CRM- und Marketing Automation doch etwas “Overselling”. Etliche monday - Kunden würden letzten Endes dann doch zu HubSpot wechseln, da das monday CRM (noch) nicht die hohen Kundenerwartungen befriedigen kann.


Dennoch scheinen die Kunden mit monday überwiegend sehr zufrieden zu sein: Darauf deutet zumindest die hohe Net Retention Rate von über 135% (bei den Kunden mit mehr als 10 Mitarbeitern) hin.

Net Retention Rates bei monday.com


Die Geschäftszahlen von monday.com


Der Umsatz von monday ist im Q3 2022 um 65% auf knapp $140 Mio. angestiegen. Das ist eine deutliche Abkühlung des explosiven Wachstums gegenüber den Vorquartalen. Im Gesamtjahr 2021 war das Unternehmen noch um über 90% gewachsen. Dennoch sind diese rein organisch erzielten Wachstumsraten erstaunlich hoch angesichts eines inzwischen erreichten Umsatzes von über $500 Mio. p.a.


Die Bruttomarge von monday begeistert seit dem Börsengang mit stabilen 87% (GAAP). Das Unternehmen scheint auch die operativen Kosten im Griff zu haben: Trotz des Hyper-Growth sind die üppigen Cashbestände aus dem IPO im laufenden Jahr kaum zurückgegangen. Das schuldenfreie Unternehmen sitzt auf über $850 Mio. Cash. Im Q3 2022 wurde bereits ein positiver Free Cashflow erreicht.


Für das Q4 2022 wird eine weitere Abkühlung des Wachstums auf “nur” noch +48% gegenüber Vorjahr erwartet. Für das Gesamtjahr würde das +66% bedeuten.


Mir gefällt, dass monday im Gegensatz zu vielen vergleichbaren IPO Werten aus den USA bereits über ein echtes globales Geschäft verfügt. Etwa 50% des Umsatzes werden außerhalb der USA erzielt, die Software ist in 14 Sprachen verfügbar. Damit können regionale Schwankungen besser ausgeglichen werden und die hohen Aufwendungen für den Aufbau einer internationalen Organisation sind bei monday zumindest teilweise bereits in der aktuellen Kostenstruktur enthalten.


Die Bewertung der monday.com Aktie


Auf Basis der aktuellen Guidance von $510 Mio. Umsatz errechnet sich für 2022 beim aktuellen monday Aktienkurs von 110$ ein EV/Sales-Verhältnis von gut 8. Für 2023 rechnen Analysten “nur” noch mit 30% Wachstum, das würde einem EV/Sales Verhältnis von ca. 6 entsprechen.


Das klingt fair für ein SaaS-Unternehmen mit sehr hoher Bruttomarge und dann bereits nachhaltig positivem Cashflow - falls die Analysten richtig liegen mit den avisierten 30% Growth.


Ich persönlich gehe jedoch davon aus, dass monday.com zumindest 2023 nochmals deutlich schneller wachsen wird und schon 2024 am Milliardenumsatz kratzen kann. Sollte ich damit richtig liegen - und sich die Profitabilität so positiv wie zuletzt weiterentwickeln - so ist die Aktie von monday.com mit einem Enterprise Value von $4 Mrd. attraktiv bewertet.


Ich habe mir daher eine Einstiegsposition ins (private) Depot gelegt. Wenn Du die Entwicklung von monday.com zukünftig gemeinsam mit mir beobachten willst, dann kannst Du jetzt hier meinen kostenlosen Newsletter bestellen.

Disclaimer

Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzen Anteile von monday.com. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.


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