• Stefan Waldhauser

7 Gründe für den Verkauf der iRobot Aktie


Nach 2 1/2 Jahren habe ich mich in der vergangenen Woche dazu entschlossen, meine noch verbliebene Position der iRobot Aktie zu verkaufen und - zumindest bis auf weiteres - die Aktie rauszunehmen aus dem Portfolio des High-Tech Stock Picking wikifolios.

Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, denn ich bin weiterhin von einer langfristig erfolgreichen Zukunft des Home-Robotics-Marktführers überzeugt. Aber eine ganze Reihe von Gründen lassen mich glauben, dass in den kommenden 12 Monaten die Risiken in der iRobot Aktie die Chancen überwiegen.

Hier mein Gedankengang:

1. Der Handelskrieg

Die von Donald Trump verhängten Importzölle auf die aus China nach USA importierten Waren könnten ab 2019 iRobot mit voller Wucht treffen. Auch wenn noch längst nicht klar ist ob es soweit kommt: sollte iRobot wirklich wie angedroht 25% Strafzoll auf China-Komponenten entrichten müssen, so würde das die Margen heftig treffen. Ich gehe davon aus, dass in einem solchen Szenario das EPS bei iRobot in 2019 deutlich geringer ausfallen würde als in 2018.

2. Die Erwartungen der Analysten

Die derzeitigen Erwartungen des Marktes an das EPS 2019 sind insbesondere in einem solchen Szenario viel zu hoch. iRobot kann diese in einem weiterhin durch den Handelskrieg geprägten Umfeld wohl nicht erfüllen und könnte entsprechend enttäuschen.

3. Die Bewertung der iRobot Aktie

Die Bewertung der iRobot Aktie ist nach einer wilden Achterbahnfahrt des Kurses in den vergangenen 12 Monaten nicht gerade günstig. Das KGV für 2018 beträgt deutlich über 30. Das ist dann kein Problem, wenn der Gewinn auch in 2019 wie derzeit von Analysten (noch) erwartet zügig weiter gesteigert werden kann. Die hohe Bewertung kann aber sehr schnell zum Riesenproblem werden, wenn die kurzfristige Gewinnentwicklung sich anders darstellen sollte.

4. Das One Trick Pony

Meine eigenen Erwartungen bzgl der Produktweiterentwicklung und Diversifikation der Umsatzströme bei iRobot haben sich in 2018 nicht erfüllt. Es gibt offenbar größere Verzögerungen bei der Entwicklung eines Rasenmäher-Roboter von iRobot. Zwar bin ich sehr dafür mit dem Launch zu warten bis man wirklich ein disruptives Produkt fertig entwickelt hat und auch große Stückzahlen davon produzieren und liefern kann. Aber bei meinem ursprünglichen Investment Case in 2016 war ich davon ausgegangen, dass bis 2018 das Produkt-Portfolio deutlich besser diversifiziert sein würde.

5. Anfällig in der Rezession

Ich halte eigentlich nicht viel von der Prognose der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung. Zu oft liegen auch die volkswirtschaftlichen Experten (zu denen ich mich bestimmt nicht zähle) falsch mit ihren Vorhersagen. Aber das Risiko einer Rezession insbesondere in USA ist sicherlich größer geworden in den letzten 12 Monaten.

In einer Rezession dürften High-End-Staubsaugerroboter durchaus zu den Produkten gehören, auf deren Anschaffung die Konsumenten erst mal verzichten oder auf ein günstigeres Wettbewerbsprodukt anstelle des Marktführers ausweichen. Soll heissen: ich denke iRobot ist durchaus ein zyklischer Wert und anfällig für eine Abschwächung des Geschäftes in einer Rezession.

6. Konservatives Management

Aber selbst wenn es letztendlich doch nicht zur Rezession kommen sollte: Das iRobot Management ist für seine höchst seriösen bzw. erz-konservativen Prognosen bekannt. Im Februar 2019 wird man wohl wieder eine gewohnt vorsichtige Guidance für das Geschäftsjahr 2019 herausgeben.

Zur Erinnerung: im Februar 2018 stürzte die iRobot-Aktie um 35% ab. Der Grund war eine Guidance, die so niedrig angesetzt war, dass man die Gewinnerwartungen im Laufe des Jahres dreimal heraufsetzen durfte. Das freut einerseits, spricht aber andererseits nicht gerade für eine gute Planbarkeit der Umsätze. Die Geschichte könnte sich wiederholen und für Schnäppchenkurse im Februar 2019 sorgen.

7. An Gewinnmitnahmen ist noch niemand pleite gegangen

Diese alte Börsenweisheit gilt heute mehr denn je. Ich erwarte eine weiterhin stürmische Zeit an den Börsen und möchte daher meine Cashquote im Portfolio hoch halten. Daher dienen solche Gewinnmitnahmen auch dazu, genügend Pulver trocken zu halten, um in einem kommenden Ausverkauf auf Schnäppchenjagd gehen zu können.

Fazit

Ich bin nach wie vor sehr optimistisch, dass iRobot sich als Marktführer im Home Robotics Segment weiter positiv entwickeln wird auf Sicht der nächsten 10 Jahre. Auch eine Übernahme durch (Google?) ist heute noch wahrscheinlicher als zu Beginn meines Investments in 2016.

Dennoch sehe ich grosse Risiken in den kommenden Monaten. Daher stellte sich für mich die Frage, ob ich diese Risiken ignorieren und mit einer Buy+Hold Strategie agieren oder aber reagieren sollte.

Ich habe mich in diesem Fall für einen Ausstieg entschieden und die iRobot Aktie aus dem Portfolio des High-Tech Stock Picking wikifolios genommen.

Ich werde das Unternehmen dennoch weiterhin interessiert beobachten und bin selbst gespannt, ob ich zu einem späteren Zeitpunkt - und einer attraktiveren Bewertung - nochmals investieren werde.


Disclaimer

Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar. Bitte beachte die rechtlichen Hinweise.

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