Duolingo nach dem Crash: Ist die Eule jetzt günstig genug?
- Stefan Waldhauser

- vor 24 Minuten
- 2 Min. Lesezeit

Im Dezember hatte ich Duolingo nach einem bereits brutalen Drawdown erneut analysiert. Der Titel meines damaligen Beitrags (leider nur in englisch verfügbar) lautete: “Duolingo: Wird sich die Geschichte wiederholen?”

Stefan Waldhauser, 18. Dezember 2025
Damals ging es um die Frage, ob der Markt die Aktie nach einem Rückgang von rund zwei Dritteln gegenüber dem Hoch bereits zu stark abgestraft hatte. Der Beitrag erschien am 18. Dezember 2025, der Kurs lag damals bei 184 US Dollar.
Mein Fazit damals:
“Wir sehen immer noch keine Schnäppchenpreise. Sollten sich die Technologiewerte über einen längeren Zeitraum schwach entwickeln, könnte ich mir vorstellen, dass die Kurse solcher Wachstumsaktien noch weiter fallen.”
Weniger als sechs Monate später hat die Duolingo-Aktie seitdem nochmals fast die Hälfte verloren. Der aktuelle Kurs liegt bei rund 100 Dollar, die Marktkapitalisierung beträgt damit weniger als 5 Mrd. US Dollar. Zur Erinnerung: Vor genau einem Jahr noch wurde das Unternehmen mit 24 Mrd. US Dollar bewertet.

Der Grund für diesen erneuten Abverkauf ist inzwischen klarer als beim letzten Mal. Es geht nicht mehr nur um abstrakte KI-Sorgen oder eine zu hohe Bewertung. Es geht um etwas viel Konkreteres: Das Wachstum hat sich in den vergangenen Quartalen erschreckend schnell reduziert.
Q1 2026 von Duolingo war gut – aber das Wachstum bricht ein
Auf den ersten Blick sah das Q1/2026 gar nicht schlecht aus. Der Umsatz stieg um 27% auf 292 Mio. US Dollar. Die Daily Active Users (DAUs) wuchsen um 21% auf 56,5 Mio., die zahlenden Abonnenten ebenfalls um 21% auf 12,5 Mio. Das Adjusted EBITDA stieg um 33% auf 83,4 Mio. US Dollar und der Free Cashflow lag im Quartal bei starken 147,8 Mio. US Dollar, was einer beeindruckenden FCF-Marge von über 50% entspricht.

Aber bei einem High-Growth-Unternehmen zählt nicht nur, was in der Gewinn- und Verlustrechnung bereits sichtbar ist. Entscheidend ist, was die operativen Frühindikatoren sagen. Und dort sieht das Bild deutlich schwächer aus.
Die Bookings wuchsen in Q1 2026 nur noch um 14%, währungsbereinigt sogar nur um 9%. Für Q2 erwartet das Management nur noch knapp 6% Bookings-Wachstum, währungsbereinigt gerade einmal 4%. Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Guidance bei gut 10% Bookings-Wachstum und 16% Umsatzwachstum.
Das ist ein harter Regimewechsel. Duolingo war lange Zeit eine Aktie, die noch vor 12 Monaten von den Investoren wie ein fast perfektes, weil ebenso wachstumsstarkes wie hochprofitables Consumer-AI-/EdTech-Unternehmen, bewertet wurde. Nun muss der Markt neu kalibrieren: Was ist Duolingo wert, wenn aus Hypergrowth plötzlich profitables, aber deutlich langsameres Wachstum wird?
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*Disclaimer: Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzen Anteile von Duolingo. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.







