Rückblick auf das Börsenjahr 2025 - Der AI Hype als Neverending Story
- Stefan Waldhauser
- vor 2 Minuten
- 13 Min. Lesezeit

Es ist wieder so weit: Die Zeit der Jahresrückblicke ist gekommen. Wie jedes Jahr möchte auch ich mit euch das Börsenjahr Revue passieren lassen und meine Portfolio Planung für 2026 mit euch teilen.
Zum Jahresende 2025 blicke ich mit gemischten Gefühlen auf das Börsenjahr zurück.
Einerseits kann ich mit der lediglich ausgeglichenen Performance von 0 % in meinem Long-Only Musterportfolio (High-Tech Stock Picking wikifolio, inkl. zweistelligem Währungsverlust) sowie +9% in meinem Long/Short Portfolio (eToro) nicht zufrieden sein.
Für die deutliche Underperformance gegenüber der US-Technologiebörse Nasdaq (+21 %) gab es natürlich Gründe:
Einerseits hatte das in Euro notierende und hauptsächlich mit US-Nebenwerten bestückte Musterportfolio (wikifolio) einen Währungsverlust von 12 % des USD gegenüber dem Euro zu verkraften. Zudem schnitten US-Nebenwerte allgemein deutlich schlechter ab als die Tech-Riesen.
Der Hauptgrund war jedoch, dass ich in einem Umfeld durch das KI Thema berauschter Technologiebörsen deutlich zu vorsichtig agierte. Ich wollte auf ein abruptes Ende des KI Hypes vorbereitet sein. Dadurch sind mir 2025 erhebliche Gewinne entgangen, denn die KI-Blase ist bis heute nicht geplatzt.
Dennoch bin ich mit 2025 nicht wirklich unzufrieden, denn meine langfristig angelegten, antizyklischen Investment Cases haben sich fundamental überwiegend gut bis sehr gut weiterentwickelt, auch wenn sich das hier und da noch nicht in den Kursen und somit in der Performance des Portfolios widerspiegelt. Für mich persönlich ist ganz wichtig, dass ich nur ganz wenige kostspielige Fehler bei der Aktienauswahl gemacht habe und die langjährige Gesamtperformance weiterhin meinen Erwartungen entspricht. Aber dazu später mehr.
Die „Glorreichen Sieben” enttäuschten auch 2025 nicht
Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass es in den vergangenen Jahren sehr einfach war, mit Technologieaktien eine herausragende Performance zu erzielen. Ein einfaches ETF-Investment in den Nasdaq 100 Index war dafür mehr als ausreichend.
Auch 2025 konnten Anleger mit einem passiven Index Investment in den Nasdaq 100 volle 20% verdienen. In USD wohlgemerkt. Für Anleger aus dem Euroraum muss man natürlich den deutlichen Währungsverlust berücksichtigen. So legte ein typischer, in Euro notierender Nasdaq ETF wie der iShares NASDAQ 100 UCITS ETF "nur" um 7 % zu.
Nach einer herausragenden Entwicklung des Nasdaq 100 Index von +55 % im Jahr 2023 und +28 % im Jahr 2024 bedeuten die +21 % im Jahr 2025, dass sich das wichtigste Barometer für Technologieaktien in den vergangenen drei Jahren um 132 % gesteigert hat!

Dagegen schneiden die meisten Stock-Picker - mich eingeschlossen - mit ihren hoffentlich sorgfältig ausgewählten Einzelaktien in den meisten Fällen ziemlich schlecht ab.
In den letzten 10 Jahren hat jeder einfache Aktiensparer mit einem Nasdaq100 Sparplan besser performt als die meisten erfahrenen Investment Manager. Das klingt unglaublich, ist für alte Hasen wie mich aber die harte Realität.
Man sollte sich immer wieder vergegenwärtigen, was da an der Nasdaq auch langfristig vor sich geht: Der Nasdaq-100 Index hat seit Anfang 2016 um 450 % zugelegt und sich somit mehr als verfünffacht. Das entspricht einer durchschnittlichen Rendite von 19 % p. a. in den vergangenen zehn Jahren!

Solltest du zu den glücklichen Besitzern eines Nasdaq ETFs gehören, hast du die großartige Performance der vergangenen Jahre in erster Linie den Tech Riesen Apple, Microsoft, Alphabet (Google), Amazon, Meta (Facebook) sowie vor allem Tesla und Nvidia in deinem Depot zu verdanken.
Denn diese „Glorreichen Sieben“ haben nach einer unglaublichen Rallye im Jahr 2023 (damals hatten diese Aktien allesamt um mehr als 50 % zugelegt) und einem weiteren Ausnahmejahr im Jahr 2024 mit Zuwächsen von nochmals 30 % (Ausnahme damals Microsoft) auch im Jahr 2025 erneut mehr oder weniger deutlich zugelegt. Die größten Gewinner im letzten Jahr waren Alphabet und Nvidia.

Die Rallye der Magnificient 7 in den letzten 10 Jahren
Wichtiger ist das „Big Picture“: In den vergangenen zehn Jahren haben alle Mag7 Werte um mehr als 500 % zugelegt, d. h., sie waren mindestens ein „Six-Bagger“. Überragend ist die Entwicklung von Tesla und Nvidia, deren Preise sich sogar um den Faktor 28 bzw. 225 vervielfachen konnten.
Betrachtet man die Entwicklung der Mag7, könnte man fast meinen, die Börse sei eine Einbahnstraße und man müsse nur auf Tech Riesen setzen, um ziemlich schnell ein großes Vermögen zu verdienen.
Denn würde sich die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre auch in den nächsten zehn Jahren so fortsetzen, dann würde eine Tesla Investition von 10.000 $ aus dem Jahr 2016, die heute über 2800.000 $ wert ist, im Jahr 2036 auf ca. 8 Mio. $ angewachsen sein. Genau darauf setzen heute unzählige Elon Fanboys auf der ganzen Welt. Unbeirrbar in ihrem Glauben an Elon halten sie eine unverantwortlich große Anzahl von Tesla Aktien in ihren schlecht diversifizierten Portfolios und sorgen mit ihrem Buy-and-Hold Mantra dafür, dass der Kurs bisher immer neue Höhen erreichte.
Depression der SaaS-Werte
Weit weniger gut als den Tesla Aktionären ist es 2025 den Aktionären der Software-Aktien aus den hinteren Reihen ergangen. Diese Werte konnten sich auch im Jahresverlauf 2025 nicht von den Anfang 2023 erreichten Tiefständen erholen.
Der Nasdaq Cloud Index, der die wichtigsten SaaS Unternehmen umfasst, hat 2025 sogar 6 % verloren. Diese enttäuschende Entwicklung spiegelt die Angst der Investoren wider, dass viele dieser Software Unternehmen (von Salesforce und Adobe über ServiceNow bis hin zu Monday) zu den Verlierern im KI Zeitalter gehören könnten.
Der Nasdaq Cloud Index liegt damit – im Gegensatz zum Nasdaq 100 – auch heute noch 44 % unter seinem Ende 2021 erreichten Höchststand. Auf Sicht von fünf Jahren hat der SaaS Index 33 % verloren, im Vergleich zu +100 % im Nasdaq-100 Index!

Vor diesem Hintergrund möchte ich mit dem vorliegenden Jahresrückblick ein Fazit meiner eigenen Investments im High-Tech Stock Picking wikifolio im Börsenjahr 2025 ziehen und die Aufstellung dieses investierbaren Musterportfolios für 2026 erläutern.
Die Entwicklung des High-Tech Stock Picking wikifolios
Das High-Tech Stock Picking wikifolio (mein Long-Only Musterportfolio) hat 2025 mit einer ausgeglichenen Performance von 0 % auf den ersten Blick eine enttäuschende Entwicklung gezeigt. Nach +30 % im Jahr 2024 und +36 % im Jahr 2023 konnte die Erholung nach dem Crash von 2022 nicht fortgesetzt werden. Der Drawdown vom Allzeithoch Ende 2021 beträgt immer noch 18 %.
Ein wichtiger Grund für die Underperformance im Vergleich zum Nasdaq-100 Index war natürlich der Währungsverlust, denn mein Musterdepot besteht zum allergrößten Teil aus US-Aktien, ist aber in Euro notiert. Das heißt, die Kursgewinne des Euro gegenüber dem USD i. H. v. 13 % waren in diesem Jahr ein deutlicher Gegenwind.
Das soll jedoch keine Ausrede sein. Ich will es auch nicht beschönigen: Schon seit 2022 zeigt mein Portfolio eine deutliche Underperformance gegenüber dem Nasdaq-100 Index. Während das wikifolio von 2016 bis 2021 im Langfristvergleich nahezu ununterbrochen vorne lag, ist der Nasdaq dem wikifolio mit seinen Nebenwerten dank der unfassbaren Performance der Big Techs derzeit weit voraus. Etwas trösten kann ich mich mit der Tatsache, dass mein wikifolio im Langfristvergleich deutlich vor dem weltweiten Index MSCI World und dem deutschen Leitindex DAX liegt.

Das High-Tech Stock Picking wikifolio im Vergleich zu den Indizes
Trotz der mageren Performance bin ich mit der Entwicklung des wikifolios im Jahr 2025 gar nicht so unzufrieden. Schließlich wurde diese Performance fast ausschließlich mit US-Nebenwerten erzielt. Bereinigt um die Währungsverluste ergibt sich eine Performance von ca. 12-13 %. Das sieht im Vergleich zum Nasdaq Cloud Index (-6 %) oder zum US-Nebenwerteindex Russell 2000 (+12 %) gar nicht so schlecht aus, wenn man es nicht nur oberflächlich mit dem Nasdaq-100 vergleicht.
Besonders gut gefallen hat mir, dass mit Vimeo und Warner Bros. Discovery gleich zwei meiner fünf hoch gewichteten High-Conviction-Positionen aus dem Vorjahr von den Investoren neu bewertet wurden und beide Investment Cases nach entsprechenden Übernahmeangeboten mit hohen Gewinnen erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Die Aktien im High-Tech Stock Picking wikifolio am Ende von 2025
Herausragend waren auch die Kursgewinne bei Lyft und Uber, deren Wahrnehmung als AI Verlierer zunehmend korrigiert werden konnte.
Allerdings gab es 2025 auch einige deutliche Verlierer in meinem Portfolio. Die Aktien von Angi und Teladoc verloren mehr als 20 % an Wert. Sogar mehr als 30 % verloren PayPal und monday, obwohl die Unternehmen sich fundamental weitgehend planmäßig entwickelten.
Meine Fehler im Jahr 2025
Das Wichtigste für mich ist: Wie schon 2023 und 2024 musste ich auch 2025 nur wenige Fehler bei der Aktienauswahl korrigieren. Es gab nur einen einzigen Tiefschlag zu beklagen: den schmerzhaften Exit aus der GitLab Aktie, bei dem ich größere Buchverluste realisieren musste.
Daneben habe ich einen weiteren Fehler begangen, als ich übervorsichtig kleinere Verluste mit LendingClub (LC) realisierte. Seitdem haben sich die Lending-Club Aktien im Wert verdoppelt. Mein ursprünglicher LC Investment Case scheint aufzugehen, doch ich bin leider nicht mehr dabei. So etwas passiert. Ich hatte gute makroökonomische Gründe für den Verkauf von Lending Club (hier nachzulesen), die nichts mit dem Unternehmen zu tun haben. Daher habe ich mir hier nichts vorzuwerfen, außer dass ich zu vorsichtig war – und das gehört zu meinem Investmentstil einfach mit dazu.
Erfolgreiche Exits
Die meisten meiner Exits im Verlauf des Jahres 2025 waren erfolgreich: Dreistellige Gewinne erzielte ich mit umfangreichen Verkäufen von Warner Bros. Discovery (hier nachzulesen), über 80 % realisierter Gewinn waren es bei der Übernahme von Vimeo. (hier nachzulesen). Beide Titel hatte ich hoch gewichtet und immer wieder voller Überzeugung hier im Blog präsentiert.
Zweistellige Gewinnmitnahmen gab es bei Teilverkäufen von Lyft (+57 %), Uber (+29 %), Twilio (+38 %, +150 %) und UiPath (+47 %) sowie beim Exit aus Veeva (+38 %).
Ich möchte betonen, dass die Teilverkäufe dieser Positionen ausschließlich taktischer Natur waren und aus Gründen des Rebalancings bzw. der Diversifikation erfolgten.
Dreistellige Gewinne realisierte ich mit den „AI-Gewinnern” Pure Storage (460-630 %), Arista (840-1.000 %) und Alphabet (375 %), die ich von der Gewichtung her weiter reduzierte.
Fazit zum Rückblick auf 2025
2025 war ein durchwachsenes Börsenjahr für mich. Ich hatte das Ende des KI-Hypes und das Platzen der KI-Blase an den Technologiebörsen erwartet und mich als Tech-Investor entsprechend vorsichtig und antizyklisch aufgestellt. Dieses Negativ-Szenario ist bisher nicht eingetreten; der Nasdaq-100-Index eilt weiter von Rekord zu Rekord.
Vor diesem Hintergrund muss ich mit der erreichten Performance zufrieden sein. Die langfristige Performance meines investierbaren Musterportfolios beträgt - nach allen Kosten - seit 2016 nun 13,2 % p. a., was durchaus im Rahmen meiner eigenen Erwartungen liegt.
Gegen die irrsinnige Performance von Big Tech kam ich als Stock Picker mit meinen Nebenwerten in den vergangenen vier Jahren einfach nicht an. Das muss ich akzeptieren, und angesichts der außergewöhnlichen Entwicklung des Nasdaq-Index (+19 % p. a. in den letzten 10 Jahren) habe ich damit auch kein Problem.
Ich behaupte nach wie vor, dass sich eine solche Nasdaq-Entwicklung in den kommenden zehn Jahren nicht wiederholen wird.
Denn der Nasdaq-100 Index wird durch die Magnificent Seven (Nvidia, Microsoft, Alphabet, Apple, Amazon, Meta und Tesla) dominiert, und diese Tech Riesen sind mittlerweile extrem hoch bewertet, wenn man ihre Cashflow-Multiplen betrachtet.

Das Verhältnis von Enterprise Value zu Free Cashflow liegt bei Meta, Apple, Microsoft, Alphabet und Nvidia zwischen 37 und 58, bei Amazon und Tesla sogar im dreistelligen Bereich. Die Bewertung ist damit (zumindest gemessen am Cashflow) viel zu hoch und kann nur durch zügig steigende Cashflows der Tech Riesen oder eine ernsthafte Korrektur der Aktienkurse korrigiert werden
Angesichts weiterhin ausufernder Investitionen in die KI-Infrastruktur würde ich nicht auf steigende Cashflows wetten.
Damit wären wir beim Ausblick auf 2026. Denn so wichtig die Reflexion und der Blick in den Rückspiegel auch sind: An der Börse wird die Zukunft gehandelt, weshalb der Blick in die Kristallkugel momentan noch interessanter ist.
Aufstellung des Musterportfolios für 2026
An dieser Stelle kann ich mich nur gebetsmühlenartig wiederholen: Meiner Einschätzung nach hat man als leidenschaftlicher Stock-Picker mit einem sorgsam ausgewählten Nebenwerte Portfolio in den kommenden Jahren eine große Chance, den Gesamtmarkt inklusive des Nasdaq 100 endlich wieder zu übertreffen.
Denn früher oder später wird sich in den Kursen am Markt wieder zeigen, dass kleinere Unternehmen es aufgrund ihrer geringeren Größe viel einfacher haben, ihren Unternehmenswert zu vervielfachen. Auch wenn die letzten Jahre etwas anderes suggerieren. In der langfristigen Historie haben Small Caps zumeist besser abgeschnitten als Blue Chips. Leider können sich nur die erfahreneren Anleger unter euch daran erinnern. Viele Jüngere unter euch kennen die Börse bisher tatsächlich nur als Einbahnstraße, auf der man durch Buy-and-Hold der größten Tech-Riesen überragende Renditen erzielen kann.
Mein investierbares Musterportfolio startet mit insgesamt 16 Aktien in das neue Jahr, von denen ich aktuell 13 zu den Kern-Investments zähle
Deutlich übergewichtet mit einem Anteil von 9-13 % halte ich aktuell die vier High-Conviction-Buys Angi, IAC, PayPal und Lyft. In diese vier Unternehmen sind aktuell insgesamt etwa 43 % des Portfolios investiert.
Angi
Der Angi Investment Case hat sich planmäßig entwickelt und das Unternehmen ist in seiner Restrukturierung gut vorangekommen. Dennoch hat die Aktie im Laufe des Jahres nochmals über 20 % verloren und neue Tiefstände erreicht. Ein EV/Sales Verhältnis von deutlich unter 1 ist für ein profitables Plattformunternehmen mit einer Bruttomarge von über 90 % schon ungewöhnlich. Eine derart niedrige Bewertung dürfte nicht von Dauer sein. Zumal für aufmerksame Beobachter der Angi Aktie absehbar ist, dass das Unternehmen 2026 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren wird. Mehr dazu in der Angi Aktienanalyse.
IAC
Die IAC Aktie ist schon seit längerer Zeit ein echtes Sorgenkind in meinem Portfolio. Die Holding wird auch nach dem Spin-off von Angi so niedrig bewertet, als seien die milliardenschweren außerbörslichen Beteiligungen nichts wert. Wird es dem Management im Jahr 2026 gelingen, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen? Selbst eine Liquidation der Gesellschaft halte ich - zum Wohle der Aktionäre - in den kommenden Jahren für möglich. Eine Neubewertung der Aktie könnte eines Tages sehr schnell erfolgen. Bis dahin ist - wie schon in den Vorjahren - viel Geduld gefragt. Zur IAC Aktienanalyse.
PayPal
PayPal gehört zu den Aktien aus dem Portfolio, bei denen die Kursentwicklung im Jahr 2025 nicht mit der fundamentalen Unternehmensentwicklung übereinstimmte. Das neue Management um Alex Chriss legt eine zukunftsträchtige Neuaufstellung des Unternehmens wie aus dem Lehrbuch hin - und die Aktie wird dafür abgestraft. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Investorengemeinde steigende Gewinne und eine verbesserte Marktposition langfristig nicht ignorieren kann. Die umfangreichen Aktienrückkäufe zu niedrigen Kursen werden ebenfalls zur Steigerung des Shareholder Value beitragen. Ich habe meine PayPa Position weiter ausgebaut. Zur PayPal Aktienanalyse.
Lyft
Die Lyft Aktie hat sich 2025 in meinem Portfolio mit einem deutlichen Kursplus von ca. 50 % schon sehr gut entwickelt. Und dennoch ist sie, gemessen am Cashflow-Multiple, immer noch die preisgünstigste Aktie in meinem Depot. Für die weitere Entwicklung dürfte es besonders wichtig sein, ob es dem Unternehmen mit weiteren Partnerschaften im Bereich des autonomen Fahrens gelingt, bei den Anlegern zu punkten und das Image des Verlierers im KI-Zeitalter abzulegen. Ich bin sehr optimistisch, was die mittel- und langfristige Entwicklung der beiden großen Ridehailing-Plattformen angeht. Zur Lyft Aktienanalyse.
Neben diesen vier Kernpositionen halte ich mit einer Gewichtung von jeweils drei bis sechs Prozent weitere acht Aktien im Portfolio, denen ich allesamt eine überdurchschnittliche Entwicklung im Jahr 2026 zutraue. Diese Aktien sind zusammen mit 35 % gewichtet.
Upwork: hier nachlesen
UiPath: hier nachlesen
monday.com: hier nachlesen
Airbnb: hier nachlesen
Twilio: hier nachlesen
Teladoc: hier nachlesen
Uber: hier nachlesen
Elastic: hier nachlesen
Das Musterportfolio wird durch Alphabet, Arista Networks, Pure Storage und Shopify mit einer Gewichtung von insgesamt nur noch drei Prozent komplettiert. Diese Aktien haben sich seit dem Kauf allesamt im Wert vervielfacht. Die Buchgewinne betragen zwischen 437 % und 3.400 %. Ich schätze diese Aktien mittlerweile als teuer ein und halte nach den starken Kursgewinnen nur noch kleinere Restpositionen.
Den aufmerksamen Beobachtern meines Musterportfolios ist sicherlich nicht entgangen, dass ich die Cashreserve in den vergangenen Wochen und Monaten auf annähernd 20 % aufgestockt habe. Mit einer so hohen Cash-Quote bin ich schon länger nicht mehr in ein neues Jahr gegangen. Das zeigt, dass ich nach wie vor sehr vorsichtig agieren möchte und jederzeit mit dem Platzen der KI Blase und einem Kurssturz der KI Hype Aktien rechne. Ich befürchte, dass dann zumindest kurzfristig auch alle anderen Aktien unter Druck geraten könnten und wir sehr interessante Einstiegspreise sehen würden. Darauf will ich vorbereitet sein.
Das Big Picture
Die durchschnittliche Jahresperformance des High-Tech Stock Picking wikifolios beträgt - nach allen Kosten - seit dem Start im Jahr 2016 aktuell 13,2 % p. a.
Eine möglichst deutlich zweistellige Rendite ist das, was ich auch langfristig von diesem Long-Only Aktien Portfolio erwarte. Einige kritische Stimmen behaupten immer wieder, dass dies keine gute Leistung sei, und verweisen auf die nun schon vier Jahre andauernde Underperformance des wikifolios gegenüber einem Nasdaq ETF.
Meinen Kritikern kann ich nur erneut entgegnen, dass diese Rendite des Nasdaq ETFs von 19 % p. a. über einen langen Zeitraum von zehn Jahren hinweg absolut herausragend ist und sich in den kommenden Jahren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht wiederholen wird. Ich weiß, dass das für junge Anleger von Jahr zu Jahr unglaubwürdiger klingt. Damit muss ich als „alter Hase” dann wohl leben und auch eine länger andauernde Phase relativer Underperformance einfach „aussitzen”.
Mit einer Long-Only Stock-Picking Strategie, wie ich sie seit Jahrzehnten betreibe, lässt sich meiner Erfahrung nach auch langfristig eine zweistellige Performance i.H.v. 10-15 % erreichen. Ich bin mit meinem wikifolio seit 2016 angetreten, um diesen Nachweis zu erbringen. In den ersten neun Jahren habe ich trotz des Tech Crashs im Jahr 2022 die obere Hälfte dieses Zielkorridors erreicht.
Und was ist mit meinem Long/Short Portfolio?
Das Long/Short Portfolio bei eToro ergänzt meine Investment-Ideen um ausgewählte Spekulationen auf fallende Kurse. Insgesamt habe ich 20-25 % in sieben Shorts auf Tesla, Palantir und die KI-Hype-Aktien CoreWeave, Applied Digital, SoundHound AI, C3.ai sowie den Autohändler Carvana allokiert.
Im Jahr 2025 haben meine Shorts, wie schon 2024, unterm Strich Geld gekostet bzw. eine bessere Performance verhindert. Mit +9 % Performance des Long/Short Portfolios im Jahr 2025 kann ich angesichts von +21 % beim Nasdaq 100 nicht zufrieden sein, auch wenn die Nebenwerte, wie schon erwähnt, allgemein deutlich schlechter abschnitten.
Hier rächt sich, dass meine Kernthese (das Platzen der KI-Blase) 2025 nicht aufgegangen ist.
Mal sehen, ob sich das 2026 ändert. Zumindest gibt es erste deutliche Risse in der Blase zu beobachten. Die KI Infrastruktur Highflyer CoreWeave und Applied Digital befinden sich mittlerweile im Abwärtstrend und können neue Schulden nur noch zu horrenden Konditionen aufnehmen. Auch für Tesla wird die Luft nach neuen Kursrekorden immer dünner, denn 2026 dürfte das dritte Jahr in Folge mit rückläufigen Umsätzen sein.
Es gibt viele Anzeichen, die darauf hindeuten, dass in einem schwierigen Umfeld sorgsam antizyklisch ausgewählte Aktien aus der zweiten und dritten Reihe 2026 endlich mal wieder besser laufen könnten als Big Tech.
Denn die Magnificent Seven sind teuer geworden, sodass es für diese Giganten 2026 noch schwieriger werden dürfte, die hohen Aktienkurse zu rechtfertigen. Tesla und Nvidia sind mehr als alle anderen „Priced for Perfection”. Entsprechend hoch ist die Fallhöhe. Das ist jedoch schon seit einigen Jahren so und bisher ist für die glücklichen Big-Tech Aktionäre alles gut gegangen.
Seit über 35 Jahren bin ich an der Börse aktiv. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass Börsenbewertungen manchmal über viele Jahre erheblich vom tatsächlichen Unternehmenswert abweichen können, dann aber oft wieder sprunghaft zu diesem zurückkehren. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir im Jahr 2026 einige Neubewertungen im positiven Sinne bei ausgewählten Nebenwerten diskutieren werden. So wie in diesem Jahr bei Vimeo, Warner Bros. und Lyft.
In meiner Portfolio-Aufstellung für 2026 gehe ich davon aus, dass es zu einer deutlichen Korrektur oder gar zum Crash der sogenannten KI-Gewinner kommen kann. Daher möchte ich jedem erfolgsverwöhnten Aktionär von Tesla, Nvidia und Palantir – wie schon im Vorjahr – raten, zum Jahreswechsel einmal über Gewinnmitnahmen und eine vernünftige Diversifikation des Depots nachzudenken.
Mir ist klar, dass dieser Ratschlag im Vorjahr ziemlich daneben war. Aber an entgangenen Gewinnen ist bekanntlich noch keiner pleite gegangen. In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Lieben ein gesundes, glückliches und natürlich auch erfolgreiches 2026.
Euer
Stefan Waldhauser

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